Reise- und Tourismusangebote im Heckengäu

Das Heckengäu gehört zum Landschaftstyp „strukturreiche Kulturlandschaft“ und umfasst eine Fläche von 695 km². Es zieht sich wie ein Band über etwa 50 km lang von Vaihingen an der Enz im Norden nach Haiterbach im Süden. Die baden-württembergischen Landkreise Böblingen, Calw, Ludwigsburg und Enzkreis liegen teilweise imHeckengäu6 Heckengäu. Die Naturlandschaft geht Richtung Westen in den Nordschwarzwald und Richtung Osten in das Korn- und Strohgäu über.

Der Begriff „Gäu“ bezeichnet eine von Waldarealen umgebene, teilweise seit der Jungsteinzeit besiedelte und vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Landschaft. Als Gäulandschaft ist das Heckengäu daher ein Altsiedelland, welches seit jeher durch Ackerbau, Weidewirtschaft und Obstbau stark geprägt ist. Das typische, hügelige Landschaftsbild mit Wacholderheiden, Streuobstwiesen, Schlehenhecken und weidenden Schafherden ist für Wanderer und Erholungssuchende äußerst reizvoll. Radwege, Wanderwege, Lehrpfade und sogenannte „Erlebniswege“ gibt es für jede Geschmacksrichtung. Mehrere Ortschaften im und am Rande der Naturlandschaft wie Weil der Stadt, Calw, Nagold oder Herrenberg haben ein breites Spektrum an Angeboten im Natur- und Kulturbereich für Besucher und Touristen. Da die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart nicht fern liegt, bietet sich das Heckengäu als beliebtes Naherholungsziel für die Städter an und vermarktet sich auch dementsprechend.

Das nördliche Teilgebiet des Heckengäus erstreckt sich auf einer Höhe von 400 bis 500 m ü. NN und weist eine gebietsweise Lössbedeckung auf. Der bis zu 730 m ü. NN höher gelegene südliche Teil ist dabei nicht von Löss bedeckt. Hier dominieren die Rendzina-Böden: Ein flachgründiger, auf carbonathaltigem Gestein entstandener Bodentyp mit fordernden Eigenschaften für seine Nutzung. Daher prägen in den höheren Lagen fortswirtschaftlich genutzte Fichtenwälder das Landschaftsbild. Richtung Norden wird zunehmend Ackerbau und Weidewirtschaft betrieben.

Landschaftsprägend und namensgebend für das Heckengäu sind die Wacholder-, Weißdorn- und Schlehenhecken, welche die Ackerflächen begrenzen und das offene Land mit den Waldgebieten verbinden. Die Hecken wurden auf Lesesteinwällen entlang der Parzellenränder gepflanzt. Lesesteine sind durch natürliche Vorgänge wie Verwitterung und Erosion oder durch die mechanische Bodenbearbeitung aus dem Gesteinsverband gelockerte und an die Oberfläche getragene Steine und Blöcke. Da diese, auf den Äckern liegend, die landwirtschaftliche Bearbeitung stören, wurden und werden sie zu Randwällen zusammengetragen und mit Hecken bepflanzt.