Wertvolle Flora und Fauna im Heckengäu

Das Heckengäu bietet seinen Besuchern eine fantastische Flora und Fauna, die nicht nur landschaftlich schön anzusehen ist, sondern zusätzlich als ökologisch sehr wertvoll eingestuft wird. In vielen Habitaten im Heckengäu lassen sich stark gefährdete Tierarten finden, die auf der Roten Liste verzeichnet sind.

Zum verbesserten Schutz der wertvollen Lebensräume im Heckengäu sind hier drei FFH-Schutzgebiete namens Calwer Heckengäu, Nagolder Heckengäu und Freudenstädter Heckengäu entstanden. Die Schutzgebiete umfassen wertvolle Lebensräume wie

  • Kalktuffquellen
  • Wacholderheiden
  • Magere Flachland-Mähwiesen
  • kalkreiche Niedermoore
  • Buchenwälder
  • Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
  • orchideenreiche Kalktrockenrasen.

Viele dieser Lebensraumtypen sind gefährdet. Kalktrockenrasen zeichnen sich durch ihre Nährstoffarmut und ihren Wassermangel aus, beheimaten jedoch gerade deswegen sehr spezielle, in Deutschland wenig verbreitete Tier- und Pflanzenarten. Durch Nährstoffeinträge vor allem im Zuge der landwirtschaftlichen Düngung, frühere Aufforstungen und fehlende Nutzung und Pflege sind viele solcher Standorte bereits verloren gegangen, während andere von der sukzessiven Verbuschung bedroht sind. Die ökologisch wertvollen Wacholderheiden sind durch menschliche Nutzung auf KalktrockenraseFlora_und_Fauna_im_Schwingetaln entstanden. Heutzutage werden sie durch anhaltende Schafbeweidung und Pflegemaßnahmen vom langsam vordringenden Wald „geschützt“ und somit erhalten. Dies ist auch äußerst wünschenswert, nicht nur da es sich hierbei um ein kulturell wertvolles Landschaftselement des Heckengäus handelt, sondern auch, weil sich hier Restbestände schützenswerter, trockenheitsliebender Pflanzenarten wie die Silberdistel und die Berg-Alster (beide zur Familie der Korbblütler gehörend) finden lassen.

In den drei FFH-Gebieten kommen stark gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke (Froschlurch), der Frauenschuh (Orchideenart), die Schmale Windelschnecke, das Bauchneunauge (Fischart), der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Schmetterlingsart), die Bechsteinfledermaus, das Große Mausohr, die Wimperfledermaus und die Mopsfledermaus vor. Weitere im Heckengäu vorkommende Arten sind der Mauerfuchs (Schmetterling), die Zauneidechse und die Gewöhnliche Kuhschelle (Familie der Hahnenfußgewächse). 11,38 % der Fläche des Heckengäus sind als Vogelschutz-, Naturschutz- oder FFH-Gebiet geschützt. Detaillierte Informationen über die Schutzgebiete, die Lebensräume und die dort beheimateten, gefährdeten Tier-und Pflanzenarten kann man sich auf der offiziellen Homepage des Bundesamts für Naturschutz einholen.